hist. Rathauskeller

Der Fremdenverkehrsverein bietet Führungen in die historischen Gewölbe unter dem Freiberger Rathaus an.

Zu besichtigen gibt es dort vieles:

  • mittelalterliche Verließe und Folterkeller
  • Einblicke und Informationen über die Anzüchte, unser historisches Stadtentwässerungssystem
  • den alten Tresorraum der Freiberger Sparkasse und eine Ausstellung über die Freiberger Münzgeschichte
  • eine Ausstellung zur Freiberger Wirtschaftsgeschichte: Vom Silber zum Silizium

Führungen für Gruppen bis max 25 Personen können über unsere Geschäftsstelle (Kontakt siehe unten) gebucht werden. Der Preis für eine Führung beträgt 30,00 EUR

Daneben sind auch englischsprachige Führungen möglich (Preis dann 40 EUR).

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Der historische Rathauskeller wurde beginnend 1998 und auf Initiative unseres Vereins denkmalgerecht saniert und für den Besucherverkehr erschlossen. Zum Tag des offenen Denkmals 1998 konnte er der Öffentlichkeit übergeben werden. Im Sommer 2009 wurde die Ausstellung über die Geschichte des Freiberger Halbleiterstandortes erneuert und zum Tag des offenen Denkmals öffentlich präsentiert.

 MG 8812Blick in die Anzucht im Rathauskeller

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Ausstellung "Vom Silber zum Silizium"

 MG 8818Halbleitertechnologie aus Freiberg

Zum Freiberger Rathaus:
Das Freiberger Rathaus ist eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude der Stadt. Es wurde bereits im 15. Jh. erbaut und ist somit eines der ältesten Rathäuser in ganz Sachsen. Berücksichtigt man, dass Teile der Bausubstanz bereits im 13. Jh. entstanden sind (als sogenanntes Dinghaus), ist es sogar das mit Abstand älteste. 
Im Erdgeschoss des Rathauses befanden sich einst die Ratswaage, die Brotbänke, Tuchbänke und Salzbänke sowie weitere Verkaufsstände. Heute können im Eingangsbereich die Strickleiter des Prinzenräubers Kunz von Kauffungen und einige mittelalterliche Prangersteine besichtigt werden. Im Obergeschoss finden sich neben der insgesamt sehr sehenswerten Ausstattung zahlreiche Gemälde sächsischer Fürsten, das historische Ratsarchiv sowie die Lorenzkapelle.

 MG 8831Segment der Leiter vom Altenburger Prinzenraub

Der Rathauskeller unterteilt sich in mehrere Bereiche von denen einige in ihrer Bausubstanz vermutlich noch auf das alte Dinghaus aus dem 13. Jh. zurückgehen. Durch eine kleine Tür gelangt man links zunächst in den historischen Verließbereich. Hier wurde einst der Ritter Kunz von Kauffungen gefangen gehalten, bevor er am 14. Juli 1455 auf dem Obermarkt enthauptet wurde. Ein weiterer "prominenter" Gefangener war im Übrigen der Räuberhauptmann Lips Tullian. Durch einen im 20. Jh. angelegten Luftschutzgang gelangt man schließlich in einen größeren Raum, der früher vermutlich als Marterkeller genutzt wurde. Sein ursprünglicher Zugang führte über das ehemalige Stockhaus (Stadtgefängnis), an dessen Stelle sich heute die Touristinformation befindet.

 MG 8821Blick in den Verließbereich

 MG 8827Kerkerzelle Kunz von Kauffungens

Zurück im zentralen Kellerbereich kann man zunächst die Schautafeln zur Baugeschichte und zu den berühmten Häftlingen aus dem Verließbereich betrachten, bevor es in einem weiteren Raum eine Ausstellung zur Geschichte Freibergs als Hütten- und Halbleiterstandort zu besichtigen gilt. Letztere wurde im Jahr 2009 umfassend erneuert. Darüber hinaus gewährt dieser Kellerteil gute Einblicke in das alte System der Anzüchte, mit denen die Keller der Freiberger Altstadt entwässert wurden und z.T. noch heute werden.

Schließlich gelangt man in den ehemaligen Tresorraum der Stadtsparkasse, der sich unterhalb des heutigen Einwohnermeldeamtes befindet. Hier gibt es nicht nur alte Tresor- und Geldschränke zu bestaunen, sondern auch eine sehr interessante Ausstellung zu Geschichte Freibergs als Münzstätte.

 MG 8815Prägewerkzeug für Münzen

 MG 8829Blick in den ehemaligen Tresorraum der Stadtsparkasse

Sie sehen, es gibt einiges interessante zu sehen und zu erleben und nachdem der Rathauskeller erst seit einigen Jahren wieder öffentlich zugänglich ist, haben selbst viele Freiberger hier noch nicht alles kennengelernt. Leider gibt es derzeit keine festen Termine, an denen der Keller geöffnet ist. Er ist so nur im Rahmen vorher vereinbarter Führungen sowie zum Tag des offenen Denkmals im September für Besucher geöffnet. 

Wir bieten Ihnen gern eine Führung an. Einzuplanen dafür sind ca. 45 bis 60 Minuten. Informieren Sie sich bitte in unserer Geschäftsstelle.

(Fotos auf dieser Seite: Hans-Jürgen Apel, April 2013)