Bergbauhistorische Wandertage

wandertage2016 plakatGemeinsam mit der Interessengemeinschaft Bergbauhistorische Wanderleiter, Partnervereinen und weiteren Unterstützern veranstaltet der Fremdenverkehrsverein Freiberg in diesem Jahr zum fünften Mal die Bergbauhistorischen Wandertage. Die Teilnehmer erwartet ein buntes Programm mit insgesamt acht interessanten Touren, die jeweils fachkundig geleitet werden (siehe Terminübersicht unten).

Mit den Wanderungen wird erlebbar, wie das jahrhundertelange Wirken des Bergbaus und des Hüttenwesens die Landschaft des Freiberger Reviers in seinen verschiedenen Teilen geprägt hat. Viele noch existierende historische Sachzeugen und technische Denkmäler bringen uns noch heute zum Staunen und verdeutlichen, warum die montane Kulturlandschaft des Erzgebirges dem Status eines UNESCO Welterbes in allen Belangen gerecht wird.

pdf button Programmflyer

Termin Thema Wanderleiter Startpunkt Dauer
Sa, 23. April 2016, 14 Uhr Auf dem Silberpfad durch Freiberg Gudrun Reißig und Klaus Eilrich Otto-Brunnen Obermarkt ca. 2-3 Std.
Sa, 30. April 2016 Bergbau und Hüttenwesen in Halsbrücke Andreas Benthin (VII. Lichtloch e.V.)

7. Lichtloch Rothschönberger Stollen, Straße der Jugend 49, 09633 Halsbrücke

ca. 3-4 Std.
Sa, 21. Mai 2016, 14 Uhr

Freiberger Nordrevier um Kleinvoigtsberg und Hohentanne

Jens Kugler

Steigerhaus „Alte Hoffnung Gottes“, Steigerweg 3, 09603 Kleinvoigtsberg

ca. 3 Std.
Sa, 28. Mai 2016, 14 Uhr Grabentour und IV. Lichtloch Michael Ziegler und Hartmut Furkert

Parkplatz an der Wünschmannmühle, Halsbrücker Straße 81, Krummenhennersdorf

ca. 3-4 Std.
Sa, 4. Juni 2016, 14 Uhr Bergbaulandschaft Zuger Revier Horst-Günther Hahmann

Parkplatz der Landwirtschaftsschule Zug, Hauptstraße 150

ca. 3 Std.
Sa, 11. Juni 2016, 14 Uhr  Bergbau in der Freiberger Bertholdsstadt Michael Ziegler und Hartmut Furkert Freiberg, Wernerplatz (vor BARMER) ca. 3 Std.
Sa, 18. Juni, 14 Uhr  Bergbaulehrpfad Weißenborn  Lutz Richter

Forstweg 6, 09600 Weißenborn (ehem. Möbelhaus Lohse)

 ca. 2-3 Std.
So, 3. Juli 2016, 14 Uhr  Die Freiberger Stadtbefestigung  “Bergakademist“ Horst Weber Freiberg, Donatsturm ca. 2 Std. 

Berichte von den 5. Bergbauhistorischen Wandertagen 2016:

Auf dem Silberpfad durch Freiberg, 23.04.2016

Punkt 14 Uhr eröffnete Jens Grigoleit die 5. Bergbauhistorischen Wandertage des Fremdenverkehrsverein Freiberg e.V. Der Start führte die Gruppe um Wanderleiter Gudrun Reißig und Klaus Eilrich auf dem Silberpfad durch die Altstadt von Freiberg. 5,4 Tonnen gefördertes Silber bescherte nicht nur Freiberg Reichtum. Ein paar Silberlinge fanden sich auch noch in der Tasche von Klaus Eilrich :-)

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Halsbrücke, 30.04.2016

Es war bestes Wanderwetter als sich 36 Bergbauinteressierte am 7. Lichtloch in Halsbrücke einfanden. Die Tour führte über die Sandhalde zum Kahnhebehaus an die Freiberger Mulde und weiter entlang von Zeugnissen der Bergbaugeschichte Halsbrückes. Immerhin fast 4 Stunden führte Wanderleiter Andreas Benthin mit großen Sachverstand und Herzblut die Gruppe. Die entdeckte dabei völlig neue Sichtweisen auf die Industriegemeinde und das umgestaltete Hüttengelände. Unterwegs waren immer Worte wie: "Weißt Du noch?" zu hören. Die Wanderer, die überwiegend aus der Region kamen, staunten. Kannten sie doch die Gegend noch aus früherer Zeit.

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Freiberger Nordrevier, 21.05.2016

Hoch interessant, das war das Resümee der 42 Wanderfreunde, die am vergangenen Samstag mit Jens Kugler das Bergbaurevier zwischen Kleinvoitsberg und Hohentanne erkundeten. Bei Kaiserwetter begann die Tour am Huthaus in Kleinvoigtsberg, ging weiter ins Muldental und auf die Anhöhe nach Burkersdorf, von wo Hohentanne schon aus der Ferne die Wandergruppe grüßte. Nach einem Zwischenstopp ging es nach Kleinvoigtsberg zurück. Auf der ca. 10 km Strecke wurden nicht nur die Geschichte des Bergbaus im nördlichen Revier, Grubenanlagen und Stolleneingange erläutert, sondern auch die untwerwegs stehenden Bauwerke und ehemalige technische Anlagen. Dabei war die Umgestaltung der Kulturlandschaft durch den Menschen Thema der Wanderung. An manchen Zeugnissen menschlicher Arbeit wären "Otto Normalverbraucher" unachtsam vorbei gegangen. Dank der Hinweise vom Wanderleiter wurde die Aufmerksamkeit auch für Baumgruppen auf den Feldern, welche durch den Bergbau entstandenen Halden sind oder für die schon fast von der Natur zurückgewonnene Bergbaulandschaft geweckt.

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Grabentour, 28.05.2016

17 Wanderer begleiteten Micha Ziegler und Hartmut Furkert auf der Wanderung zwischen Krummenhennersdorf und Reinsberg entlang der berühmten Grabentour. Durch die Bergbaufreunde von Verein IV. Lichtloch wurde ein Einblick in die gleichnamige Grubenanlage gewährt, die fast komplett erhalten noch einen guten Eindruck von den Arbeiten zur Errichtung des Rothschönberger Stollens vermittelt.

 

Zuger Revier, 04.06.2016

20 Wanderer trotzten den schlechten Wetteraussichten und nahmen an  der von Horst-Günther Hahmann geleiteten Wanderung durch die Bergbaulandschaft Zug zwischen Freiberg und Brand-Erbisdorf teil. Ein Highlight dabei war die Möglichkeit der Besichtigung des in Sanierung befindlichen Dreibrüderschachtes. Ein herzliches Dankeschön dafür an den Förderverein Dreibrüderschacht!

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Bertholdsstadt, 11.06.2016

Gut besucht war auch die von Micha Ziegler und Hartmut Furkert geführte Tour durch die Freiberger Bertholdsstadt. 23 Teilnehmer ließen sich interessantes und oft nur wenig bekanntes über die zahlreichen Bergbauzeugnisse in diesem Freiberger Stadtteil berichten.

 

Bergbaulehrpfad Weißenborn, 18.06.2016

Eine neue bergbauhistorische Attraktion ist geboren. Mittend durch das Zentrum des Weißenborner Altbergbaus führt der neue Bergbauwanderweg. Immerhin etwa 50 Bergwerke sind hier bis ins 16 Jahrhundert aufgefahren worden. Insgesamt wurden reichlich 5 Tonnen Silber, 18 Tonnen Kupfer und 19 Tonnen Blei gefördert bis 1852 der Bergbau an dieser Stelle geschlossen wurde. Der Wettergott hatte mit den fast 20 Wanderern ein Einsehen und so ging die Tour trocken über die Bühne. Der Weg führte durch Menschenhand zerfurchtes Gelände. Gräben, Rinnen und Teiche zeugen auch heute noch von der Sehnsucht der Menschen nach Bergglück. Gut ausgeschildert kann auch noch der eine oder andere Stolleneingang gefunden werden.

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Stadtbefestigung Freiberg, 03.07.2016

Der Tag der Schauanlagen des Bergbaus und Hüttenwesens und die Eröffnung der neuen Ausstellung im Donatsturm boten den Rahmen für die letzte Tour für die diesjährigen Wandertage. "Bergakademist" Horst Weber wusste den mehr als 50 Wanderfreunden viel interessantes über die Geschichte der Stadt Freiberg und ihrer historischen Befestigungsanlagen zu berichten.

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Berichte von den 4. Bergbauhistorischen Wandertagen im Jahr 2014:

Wanderung 26.04.2014: Grabentour und IV. Lichtloch

Einem Tausendfüßler gleich setzten sich die Wanderer bei schönstem Wetter in Bewegung. Der Weg ging durchs malerische Bobritzschtal zwischen Krummenhennersdorf und Reinsberg nördlich von Freiberg/Sachsen.   
Entlang der Grabentour erklärte Wanderleiter Michael Ziegler die Bergbauzeugnisse vergangener Tage. Der Name Grabentour ist auf den Kunstgraben zurückzuführen, der hier zur Bereitstellung von Aufschlagwasser für die Wasserräder im Bergbau angelegt wurde.
Nicht nur technische Denkmale erlebten die Wanderer sondern auch die besondere Flora des Bobritzschtales. An der fast 200 Jahre alten Zitzenfichte, so durch ihre verdickten Astansätze bezeichnet, wurde geschätzt wieviel  Menschen gebraucht werden den Baum zu umfassen. Die Lösung waren Vier. 
Flotten Schrittes, Weinbergschnecken wurden leichten Fußes überholt, erreichte die Gruppe das VI. Lichtloch des Rothschönberer Stollns in Reinsberg. Der Gebäudekomplex gehört zu einer der eindrucksvollsten bergbau-technischen Anlagen im Freiberger Revier. Im 19. Jahrhundert legten  Ingenieure einen fast 50 km langen Stollen an, um die Wasserprobleme des Freiberger Bergbaus zu lösen. Karl-Heinz Köhler vom Verein „IV. Lichtloch des Rothschönberger Stolln e. V.“  führte die Wandergruppe durch die Anlage mit Zimmerei, Bergschmiede, Huthaus, Schachthaus und Radstube. Selbst einen  Blick in das 84 Meter tiefe Lichtloch wurde gewagt. Es gab Aha-Erlebnisse, Neues zu entdecken und auch der Spaß kam nicht kurz, waren sich die Wanderer einig.

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Wanderung am 10.05.2014: Himmelsfürster Revier

Die vierte Tour anlässlich der 4. Bergbauhistorische Wandertage ging in das Langenauer und Himmelsfürster Bergbaurevier.  Gestartet wurde am Bartholomäus Schacht in Brand- Erbisdorf.

Er war eine der bedeutendsten Gruben und diente zur Unterhaltung des Thelersberger Stolln. Kunstmeister Mende konstruierte zur Förderung des Erzes aus  80 Meter Tiefe  1783 eine Haspelmaschine mit Schwungrad und Bremse. Dank des  Nachbaues kann man sich  heute noch von den Arbeitsbedingungen der Bergleute ein Bild machen.

Geführt von Dr. Gerhard Müller wanderte die Gruppe  durch die Haldenlandschaft in Richtung Langenau,  3 Kilometer südwestlich von Brand-Erbisdorf gelegen.

Viele der verstreut stehenden Häuser waren Arbeitsgebäude der Bergmänner. Huthäuser, Bergschmieden  und Pochwerke sind noch heute als solche zu erkennen und geben Zeugnis  von einer blühenden Bergbaugeschichte ab.  An den Pochwerkteichen war Rast.  Angelegt  wurden diese Teiche einst zur Wasserenergiegewinnung.  Damit trieb man die Maschinen zur Zerkleinerung des gewonnenen Erzes an.

Weiter ging die Wanderung zu einer fast vergessenen Radstube. Hier lief zur Blütezeit des Bergbaues ein Wasserrad um das Erz ans Tageslicht zu fördern.

Mit riesigen Halden grüßte das Himmelsfürsten Revier die Wandergruppe.  In seiner Hochzeit arbeiteten auf den Gruben hier  bis zu 1800 Bergleute. Die Ausbeute an Silbererz war ergiebiger, als in manch anderem Revier des Erzgebirges.  Das prächtige Huthaus mit seinem Türmchen kündet weithin von diesem Reichtum. Noch im 19. Jahrhundert gab es eine Modernisierung der Gruben.  Es wurde eine Reihe von Wassersäulenmaschinen zur Wasserhaltung eingebaut und  die neueste Technik,  die Dampfmaschine kam zum Einsatz. Über diese pfiffigen technischen Lösungen  staunten nicht nur die Wanderfreunde am 10. Mai 2014 sondern auch der sächsische König, der damals extra zu einer Besichtigung der technischen Neuerungen  hier anreiste.

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Informationen zur Radwanderung am 24. Mai 2014:

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Geplant ist folgender Streckenverlauf:

Start ist um 9.30 Uhr an der Gaststätte Letzter Dreier zwischen Freiberg und Brand-Erbisdorf. Danach geht es zunächst durch die Haldenlandschaft des Zuger Reviers mit seinen berühmten Gruben, wie dem Dreibrüderschacht, Beschert Glück, der Mordgrube und dem Konstantinschacht, sowie den historischen Kunstgräben, die einst der Versorgung der Maschinen in den Gruben mit Aufschlagwasser dienten und noch heute für die Brauchwasserversorgung der Industrie in Freiberg genutzt werden. 

Der Weg führt weiter in das Stadtgebiet Freiberg mit Abstechern zur Roten Grube, der Fundstelle des ersten Freiberger Silbers am Schüppchenberg und schließlich in das Himmelfahrter Revier mit der Alten Elisabeth, dem Abraham- und dem Davidschacht. Danach geht es den Hammerberg hinab ins Muldental, wo die Strecke weiter entlang des Roten Grabens mit seinen zahlreichen Stollenmundlöchern bis nach Halsbrücke führt. 

In Halsbrücke sind das siebente und achte Lichtloch des Rothschönberger Stollens, das weltweit älteste Kahnhebewerk und die Altväterbrücke zu bewundern bevor der Weg weiter entlang der Mulde nach Rothenfurth und Großschirma führt. Bevor es zurück nach Freiberg steht, ist noch ein Abstecher zum ehemaligen Kahnhebewerk Großvoigtsberg geplant, das sicher auch vielen Freibergern noch unbekannt ist. 

Der Rückweg folgt von Großschirma aus dem Tal des Waltersbaches durch Kleinwaltersdorf und den Hospitalwald und endet optional in Freiberg oder wieder am Ausgangspunkt am Letzten Dreier. 

pdf buttonKarten und Bilder zur Radtour

Die Radtour entspricht einer Gesamtstrecke von ca. 45 km und dauert ca. 8 Stunden. Wer nicht die gesamte Strecke bewältigen möchte, kann sich auch an mehreren Stellen während der Tour auf den Rückweg machen. 

Wichtige Informationen: Die Teilnehmer sollten ber verkehrssichere Fahrräder verfügen. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Verpflegung ist selbst mitzubringen. Bei ungünstigen Witterungsverhältnissen verschiebt sich der Termin der Radtour um eine Woche auf den 16. Juni 2012.

 

Wanderung zum Tag der Schauanlagen am 6. Juli 2014 - Muldenhütten und Alte Dynamit

Fast 30 Teilnehmer folgten der Einladung zu einer Wanderung am Tag der Schauanlagen des Bergbaus und Hüttenwesens nach Muldenhütten. Klaus Flick vermittelte dabei einen Einblick in die Geschichte dieses bedeutenden Hüttenstandortes aber auch in die nicht minder interessanten Traditionen der Sprengstoffherstellung im Muldental, deren Relikte noch heute zu sehen sind. Ein Dank geht an die Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft, die uns einen Einblick in das historische Zylindergebläse ermöglichte.

 

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Veranstalter:

 

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Fremdenverkehrsverein Freiberg e.V. Interessengemeinschaft Bergbauhistorische Wanderleiter